Die USA – ein immer bedeutenderer Markt für Südtirols Unternehmen
Die Exporte in die USA aus Südtirol stiegen 2024 um 12,6 Prozent. Bedeutende Zahlen, doch wie gelingt der Einstieg in diesen Markt? Gutes Storytelling scheint einer der Schlüsselfaktoren zu sein.
2024 konnten Südtirols Unternehmen im Export einen neuen Rekordwert erzielen: Waren im Wert von 7,4 Mrd. Euro wurden in die ganze Welt geliefert. Alleine die Mitgliedsbetriebe des Unternehmerverbandes Südtirol verkaufen ihre Produkte in 170 Länder der Erde. Eines dieser Länder ist die USA – ein bedeutendes dazu. Denn bereits nach Deutschland und Österreich stehen die USA an dritter Stelle, was den Umfang des Exports betrifft. 2024 wurden Waren im Wert von ca. 510 Mio. Euro in die Vereinigten Staaten exportiert – 12,6 Prozent mehr als noch 2023. Die Ausfuhren nach Übersee haben somit einen Anteil von 6,9 Prozent am Gesamtexports Südtirols.
Kulturelle Besonderheiten in der USA
Die USA sind somit definitiv ein interessanter Markt für Südtiroler Unternehmen. Doch damit der Markteinstieg erfolgreich gelingt, gilt es einige Besonderheiten zu berücksichtigen, nicht zuletzt auf kultureller Ebene, wie kürzlich bei einer vom Unternehmerverband Südtirol gemeinsam mit IDM organisierten Infotagung deutlich wurde.
Storytelling ist ein Must in der USA

Steve Lanier gab bei einer Infoveranstaltung Tipps, wie der Einstieg in den US-Markt gelingen kann.
Das Um und Auf, dass es beim Markteintritt zu beachten gilt, ist eine Geschichte erzählen zu können. Die Partner und Kunden in den USA wollen das Unternehmen kennen – gutes Storytelling ist das Um und Auf. Steve Lanier von der Agentur AWS Washington D.C., die Unternehmen beim Markteintritt in die USA begleitet und Referent der Tagung war, erklärt: „Die amerikanischen Kunden wollen die Geschichte des Unternehmens kennen, wissen, was das Unternehmen und seine Produkte so besonders macht – und dies in so kurzer Zeit wie möglich. In nicht einmal einer halben Minute geht es darum, mit einer Geschichte das Interesse des US-Partners zu wecken und somit die Tür zu öffnen.“
Erzählt werden muss die Geschichte des Unternehmens – handelt es sich um ein Familienunternehmen, wo liegt die Leidenschaft des Unternehmens? Welche Innovation waren erfolgreich, welche Qualitätszertifikate sind vorhanden, welchen Verbänden und Organisationen gehört es an, gibt es bekannte Vorstandsmitglieder oder berühmte Kunden? Was unterscheidet das Unternehmen von Mitbewerbern – hier spielen ökologische Faktoren eine zentrale Rolle, wie Umweltfreundlichkeit, Recycling etc. Auch Auszeichnungen, Ratings oder Presseinfos gehören zur Unternehmensgeschichte.
“No response does not mean no interest”
Ein weiteres wichtiges Thema bei der Geschäftsanbahnung ist das Follow-up, das in den USA wesentlich aggressiver ist als in Europa. „US-Unternehmen erwarten Druck, ständige Nachfrage, dies zeigt, dass der Partner seriös ist“, so Lanier. Das bedeutet, dass man über Monate immer nachfragen, sich erkundigen, nachhaken soll. Nur durch Hartnäckigkeit führt der Weg zum Erfolg.